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Die Frühlings-Tagundnachtgleiche wird in vielen Kulturen auf verschiedene Weisen gefeiert. Es geht hier vor allem um das Wiedererwachen der Natur und um das nährende Licht. Und wie so oft in alten Traditionen steht hier wieder einmal das Thema Fruchtbarkeit (Mensch, Tier und Ackerboden) an erster Stelle.
Aber was hat dieses alte Frühlingsfest eigentlich mit Ostereiern und dem Osterhasen zu tun? Die Antwort finden wir in alten Legenden und Mythen, die uns noch heute begleiten. Und die schönsten davon will ich dir heute erzählen.
Ēostre und Astarte
Ob das heutige Osterfest wirklich auf ein heidnisches Ostara zurückgeht, ist unter Historikern umstritten. Die einzige frühe Quelle ist der angelsächsische Mönch Bede, der im 8. Jahrhundert eine Frühlingsgöttin namens Ēostre erwähnt. Später griff auch der Sprachwissenschaftler Jacob Grimm diese Idee auf und verband sie mit den alten Frühlingsbräuchen in Mitteleuropa. Das christliche Osterfest wie wir es kennen ist allerdings historisch betrachtet viel stärker mit dem jüdischen Passover oder Pessach verbunden.
Manche Forscher vermuten außerdem eine Verbindung zu der orientalischen Fruchtbarkeitsgöttin Astarte, die ebenfalls mit Liebe, Fruchtbarkeit und der Kraft des Lebens in Verbindung stand.
Beide Göttinnen, Ēostre wie Astarte werden als Namensgeberin für Ostara, also Ostern genannt.
Die Wahrheit über den Osterhasen

Zu Ostara spielt ein Symbol eine besonders wichtige Rolle: das Ei.
Und das ist kein Zufall. In vielen alten Kulturen galt das Ei als Symbol für das Universum selbst und als ein besonderes Exemplar wurde das sogenannte Weltenei genannt. Und dieses Weltenei wird immer im Zusammenhang mit Astarte genannt, die wohl dafür verantwortlich war.
Die Osterhasen im Weltenei

Eine schöne Legende erzählt, dass aus einem solchen Weltenei ein Hase geboren wurde. Und hier kommen endlich unsere Osterhasen ins Spiel.
Ethnologen verfolgen noch eine weitere, praktische Theorie. Sobald im Frühling die Vögel aus dem Süden zurückkamen, durchforsteten die Burschen die Bäume Vogelnestern und Eiern. Nach einem langen Winter stellten diese nämlich eine willkommene Proteinquelle dar. Und dabei war es ganz egal, welches Federvieh das Ei nun gelegt hat.
Und so schließt sich noch ein Kreis: Der Hase galt als erfolgreiche Familienplaner schon in vielen alten Kulturen ein Symbol für Fruchtbarkeit. Und ihre Nachkommen sind mit die ersten Tierjungen im Frühling. Das Leben geht also weiter!
Das wahre Osterei ist rot

Heute färben wir unsere Ostereier in allen Farben. Aber früher war das wahre Osterei rot.
Die Farbe Rot hat eine starke symbolische Bedeutung. Sie steht für Lebenskraft, Blut und Fruchtbarkeit, also für die Energie, aus der neues Leben entsteht. Gerade im Frühling passt diese Symbolik perfekt. Nach dem langen Winter kehrt die Vitalität zurück, Pflanzen sprießen, Tiere bekommen Nachwuchs und auch wir Menschen fühlen uns wieder lebendiger.
Deswegen waren rot gefärbte Eier ein kraftvolles Frühlingssymbol. Sie wurden gerne verschenkt oder bei Festen dekoriert.
Ostara ist ein Fest des Gleichgewichts

Das Ostara-Fest fällt in die Zeit der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche. Symbolisch bedeutet dies, dass nun Licht und Dunkelheit die Waage halten. Was das für unsere Vorfahren bedeutet hat, können wir nur erahnen. Denn je mehr die Natur erwacht, desto mehr spüren auch wir Menschen die neue Energie in uns. Wenn nicht, können wir gegen die allseits bekannte Frühjahrsmüdigkeit sehr viel unternehmen.
Viele alte Frühlingsrituale drehten sich genau um diesen Übergang. So wurden zum Beispiel früher Feuer entzündet, um alte Geister zu vertreiben. Und in vielen Gegenden Europas leben solche Rituale bis heute fort.
Ein altes Fest lebt immer weiter
Auch wenn sich ihre Bedeutung im Laufe der Jahrhunderte verändert hat, sind viele dieser alten Symbole und Traditionen bis heute erhalten geblieben.
Wenn wir uns aber an die Ursprünge der alten Legenden und Mythen erinnern, spüren wir, dass wir Teil eines großen Rhythmus sind: dem Rhythmus der Natur.
Wenn du nun um den 20. März herum dein Ostara-Ritual begehst, wird für dich ein neues Kapitel beginnen.
Was wird auf deinen ersten Seiten zu lesen sein?
Berühmte letzte Worte
Aus der Erinnerung an alte Märchen, Mythen und Legenden können wir viel für unser modernes Leben mitnehmen. Natürlich sind die quietschgelben Osterdekorationen mit den hoppelnden Häschen wirklich kitschig.
Deswegen tut es gut, bei diesem ganzen Konsum einmal innezuhalten und sich auf die eigentliche Basis zu besinnen.
Text: Die Wahrheit über den Osterhasen – Legenden zu Ostara ©mondyoga.de
Alle Fotos: Die Wahrheit über den Osterhasen – Legenden zu Ostara©mondyoga.de teilweise unter Verwendung von kostenlosen Stockfotos von Canva.com
Quellen: „Was Sie über Ostern wissen sollten“ @ Artikel der Deutsche Welle von 2016
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