Wer war Lugh? Und was bedeutet 1. Erntefest oder Erntemond?

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  • Beitrag zuletzt geändert am:17. Juli 2026

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wer war lugh

Am 1. August hat der Sommer seinen Höhepunkt längst erreicht und die Kornfelder stehen in einem satten Gold. Es herrscht zwar heißer Hochsommer, aber die Tage werden so langsam wieder kürzer. Und genau in diese Zeit fällt Lugh oder Lughnasad, eines der vier großen Feste im keltischen Jahreskreis. Das Fest ist wirklich uralt. Es erzählt uns die Geschichte, wie früher die Menschen den Moment feierten, in dem die monatelange Plackerei endlich Ergebnisse bringt.
Denn somit war das Überleben der Sippe für ein weiteres Jahr gesichert.

Wer war Lugh?

Lugh gehört zu den Tuatha Dé Danann, das war DAS Göttergeschlecht der irischen Mythologie.
Schon seine Herkunft war ein Drama für sich. Seinem Großvater, dem großen Stammesfürsten Balor, wurde prophezeit, dass er durch die Hand seines eigenen Enkels sterben würde. Daraufhin sperrte er seine Tochter Ethne weg, doch sie gebar Balors Enkel Lugh. Und wie bei Prophezeiungen üblich, erfüllte sich diese während einer großen Schlacht.
Und so hatte man einen Helden für die Schirmherrschaft eines großen Festes gewonnen. (Quelle: Grüne-Insel.de und Sagas aus dem alten Irland)

Lugh, der Leuchtende

Sein Name wird meist mit „der Leuchtende“ übersetzt. Und seine Beinamen erinnern an manch einen modernen Superstar: Lamhfhada, „der mit dem langen Arm“, und Samildánach, „der Vielgestaltige“ oder „der in allen Künsten Bewanderte“. Letzteres ist kein Zufall. In einer Erzählung tritt Lugh vor die Tore von Tara und wird vom Türhüter nach seinem Können gefragt.
Er zählt eine Fähigkeit nach der anderen auf: Schmiedekunst, Dichtung, Heilkunde, Kampf und mehr. Aber jedes Mal wird er abgewiesen, weil bereits jemand mit genau diesem Talent am Hof lebt. Erst als er fragt, ob es auch jemanden gibt, der all das zusammen beherrscht, öffnen sich ihm die Tore.
Lugh ist also auch der Archetyp der Vielseitigkeit und des Multi-Taskings.

Wie Lugh zu Lughnasad wurde

Lughnasad setzt sich aus Lugh und dem altirischen Wort nasad zusammen, das mit Versammlung oder Zusammenkunft übersetzt wird. Der Legende nach rief Lugh diese Versammlung ins Leben, um seiner Ziehmutter Tailtiu zu gedenken. Diese Powerfrau soll im Alleingang das Land Irlands urbar gemacht haben. Und als sie damit fertig war, starb sie vor lauter Erschöpfung.
Der treue Lugh richtete daraufhin an ihrem Todestag die sogenannten Tailteann Games aus. Diese Verwandlung von Verlust in Dank ist das eigentliche Thema von Lughnasad.
Und dieser Gedanke ist viel mehr als der Wettkampf oder die Ernte selbst.

Erntemond, Erntemonat: der August hat viele Namen!

Erntemonat Schnitterfest Lugh
Erntezeit!

Bevor der August nach dem römischen Kaiser Augustus benannt wurde, kannte man ihn im deutschen Sprachraum als Erntemonat, Ernting oder Erntemond. Diese Namen haben mit dem keltischen Lughnasad nichts direkt zu tun, sie sind eigenständig in den germanischen Sprachen entstanden. Aber quer durch Europa war schon immer der frühe August die Zeit, in der meist die erste Getreideernte anstand.
Und so ein wichtiger Zeitpfeiler verdiente einen eigenen Namen.

Im modernen Jahreskreis, wie er heute vor allem im englischsprachigen Neopaganismus systematisiert wurde, gilt Lughnasad als das erste von drei Erntefesten. Ihm folgen Mabon zur Herbst-Tagundnachtgleiche als zweites Erntefest, das meist mit Obst und Wein verbunden ist. Ende Oktober haben wir dann Samhain als drittes und letztes Fest, bei dem früher auch viel für den Winter geschlachtet wurde. Diese Dreiteilung ist eine sinnvolle, aber relativ junge Ordnung. Die vier großen keltischen Feste selbst, Imbolc, Beltane, Lughnasad und Samhain, sind dagegen historisch belegt und deutlich älter.

Wie haben die Menschen früher Lugh gefeiert?

Feiern zu Lugh
Typische Feierlichkeit zu Lugh: Die Highland Games in Schottland

Lughnasad war in erster Linie ein Versammlungsfest, bei dem sich große Verbände an heiligen Orten trafen. Sie verbrachten dort mehrere Tage miteinander und feierten auf unterschiedliche Weise ihr Erntefest.
Zu den festen Bestandteilen gehörten:

Sportliche Wettkämpfe. In Anlehnung an die Tailteann Games maßen sich Menschen in Kraft und Geschick. Manche Historiker sehen darin einen Vorläufer der späteren Highland Games, auch wenn eine direkte Linie schwer zu belegen ist.

Das erste Brot. Aus dem frisch gedroschenen Korn wurde ein erstes duftend frisches Brot gebacken und geteilt. Dies war ein Symbol dafür, dass die Ernährung für die nächsten Monate gesichert sein würde.

Marktleben und Handel. Diese Märkte waren ungeheuer wichtig. Man tauschte Waren, schloss Geschäfte und knüpfte Kontakte, die über die eigene Region hinausreichten.

Probeehen. Ein besonders eigenwilliger Brauch waren Verbindungen, die für ein Jahr und einen Tag geschlossen wurden. Danach konnten beide Seiten frei entscheiden, ob sie zusammenbleiben oder sich wieder trennen wollten, ohne gesellschaftliche Konsequenzen. Für die damalige Zeit ein bemerkenswert pragmatischer Umgang mit Beziehungen.

Kornpuppen. Aus den letzten Halmen einer Ernte wurden Figuren gebunden, die man bis zur nächsten Aussaat aufbewahrte. Sie galten als Sinnbild dafür, dass die Kraft des Feldes über den Winter hinweg erhalten bleibt.

Vom keltischen Fest zur christlichen Brotmesse

Mit der Christianisierung wurde aus Lughnasad in England und Irland das Fest Lammas, abgeleitet vom altenglischen hlaf-mæsse, wörtlich Brotmesse. Der Kern blieb erstaunlich unverändert: Bäuerinnen und Bauern brachten das erste Brot aus der neuen Ernte in die Kirche, damit es gesegnet wurde. Nur die Figur im Zentrum wechselte, aus Lugh wurde die Kirche als Instanz, die den Segen spendet.
Dieses Muster begegnet uns bei fast jedem alten Jahreskreisfest: Die Handlung bleibt bestehen, die Deutung wird ausgetauscht. (Quelle: Wikipedia Wicca)

Ein Fest der Wende

Was Lughnasad im Kern ausmacht, ist der Moment der Wende. Der Sommer hat seinen Zenit überschritten und die erste Frucht der langen Arbeit ist da. Gleichzeitig beginnt bereits der Blick nach vorn, auf das, was noch erledigt werden muss, bevor der Winter kommt. Es ist kein Fest des reinen Feierns und auch keins der reinen Sorge. Es ist beides gleichzeitig.
Genau das macht es zu einem guten Anlass, kurz innezuhalten und zu schauen, was in den vergangenen Monaten in jeder Hinsicht gewachsen ist.

So könntest du Lughnasad feiern

Ein kleines Ritual dazu habe ich bereits auf MondYoga verfasst. Da geht es zusammen mit den symbolischen Erntegaben um die Frage, was sich in diesem Jahr schon erfüllt hat. Du findest es hier: Lughnasad, das Fest der ersten Ernte – Mein Ritual.

Lugh im Zeichen des Klimawandels

Wenn du in diesem Jahr in der Natur feiern möchtest, solltest du sehr verantwortungsbewusst handeln.
In weiten Teilen Deutschlands und Europas herrscht gerade eine ausgeprägte Dürre. Die Böden sind bis in tiefere Schichten ausgetrocknet und vielerorts gilt die höchste Waldbrandwarnstufe. Verzichte deshalb besser auf offenes Feuer, egal ob Lagerfeuer, Kerze im Freien oder Räucherschale auf trockenem Gras. Wenn du ein äußerst wichtiges Element in dein Ritual holen willst, empfehle ich dir, dass du etwas mit Wasser machst.
Zum Beispiel kannst eine kleine Schale Wasser segnen und daraus der Erde symbolisch ein paar Tropfen zurückgeben. Oder du nutzt einen stillen Moment mit der Bitte um Regen.
Das trifft die momentane Notlage besser, als jede symbolische Flamme.

Wer war Lugh?

Text: Wer war Lugh? Und was bedeutet 1. Erntefest oder Erntemond? ©mondyoga.de
Alle Fotos: Wer war Lugh? Und was bedeutet 1. Erntefest oder Erntemond? ©mondyoga.de teilweise unter Verwendung eines kostenlosen Stockfotos von Canva.com, die Artikelbilder entstanden mit Hilfe von KI

Zusammenfassung
Wer war Lugh? Und was bedeutet 1. Erntefest oder Erntemond?
Artikel Name
Wer war Lugh? Und was bedeutet 1. Erntefest oder Erntemond?
Beschreibung
Am 1. August feiern wir mit Lugh oder Lughnasad das 1. Erntefest. Das Name dieses Fests geht auf die irisch-keltische Göttersage zurück. Die Highland Games in Schottland haben ihren Ursprung in diesem Fest.
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