*Der Artikel zum Thema Yoga und ADHS enthält Amazonlinks*

Oft sendet mein Kopf auf hundert Kanälen gleichzeitig. Manchmal wird mir das Stillsitzen zur Qual. Und dann wieder hänge ich in einem Gedankenkarussell fest, aus dem ich kaum mehr herausfinde. Oder ich kann mich kaum noch motivieren, das Sofa zu verlassen.
Kommt dir das bekannt vor?
ADHS zeigt sich bei jedem Menschen anders. Wenn du selbst betroffen bist, weißt du das vermutlich besser als jeder Ratgeber. Deswegen möchte ich auch gar nicht näher auf die medizinischen Hintergründe eingehen.
Aber dieser Artikel soll auch keine medizinische Unterstützung ersetzen. Die Asanas und Routinen, die ich dir hier vorstelle, können dir jedoch den notwendigen Anker geben. Und der könnte dein Nervensystem unterstützen, um zur Ruhe zu kommen.
Du hast ADHS? So kann dich Yoga unterstützen:

ADHS oder AD(H)S?
Im Folgenden nutze ich ausschließlich den Begriff ADHS. Fachlich korrekt wäre AD(H)S, wobei das H in der Klammer für Hyperaktivität steht. Mir ist bewusst, dass diese nicht bei allen Menschen mit einer solchen Neurodiversität vorhanden ist. In diesem Artikel spreche ich jedoch beide Formen an, auch wenn ich der Einfachheit halber nur von ADHS schreibe.
Yoga kann eine Therapie, eine Medikation oder eine fachliche Begleitung nicht ersetzen. Wenn du eine Diagnose hast oder ADHS vermutest, solltest du dich an einen Fachmann wenden. Was Yoga jedoch sehr gut kann, ist, dein Nervensystem zu trainieren. Es hilft dir, immer wieder ganz sanft zwischen Anspannung und Entspannung zu wechseln, statt in einem der beiden Zustände festzustecken.
Für einen unruhigen Körper bedeutet das, sich zu bewegen und die Energie fließen zu lassen, statt sie einzusperren. Für einen Kopf voller Gedanken kann das heißen, dass Momente entstehen, in denen sich die Aufmerksamkeit auf genau eine Sache richtet. Dein Atem ist dein Anker (weil er ja immer da ist) und immer in Verbindung mit der jeweiligen Asana. Das ist im Grunde ein Konzentrationstraining, aber nicht so langweilig.
Warum der MondYoga-Rhythmus hier besonders gut passt
Für viele Menschen mit ADHS sind feste, starre Routinen schwer durchzuhalten. Der Alltag ist ohnehin schon voller Regeln, die man befolgen soll, aber oft vergisst. MondYoga funktioniert anders: Es folgt dem natürlichen Rhythmus des Mondes durch die Mondzeichen und nicht einem starren Wochenplan. Jeden Tag gibt es eine kleine, wechselnde Einladung. Diese ist keine Pflichtübung, die ein schlechtes Gewissen produziert, falls sie mal ausfällt.
Das nimmt dir den Druck raus. Und genau dieser Druck ist es oft, der eine Yogapraxis zum Scheitern bringt, bevor sie überhaupt beginnt.
Nochmal zum Thema Yoga und ADHS:
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung. Bei Fragen zu ADHS wende dich bitte an deinen Arzt oder Therapeuten.
Yoga und ADHS: Mit diesen Asanas kommst du zur Ruhe
Hier habe ich ein paar Asanas für dich, die sich besonders gut eignen, um deinen Körper und Kopf etwas mehr Ruhe zu schenken. Manche schenken dir Energie, manche holen dich runter. Oder beides.
Berg (Tadasana)

Der einfachste Einstieg überhaupt. Einfach stehen, spüren, ankommen. Ein guter Startpunkt, bevor der Kopf schon wieder losrennt.
Baum (Vrksasana)

Balance-Haltungen zwingen dich fast automatisch dazu, dich auf den Moment zu konzentrieren. Denn sonst fällst du um. Diese Asana bietet dir ein spielerisches und forderndes Fokustraining.
Katze-Kuh (Marjariasana)

Eine fließende Bewegung, die mit dem Atem gekoppelt wird. Das ist perfekt, wenn der Körper einfach etwas zu tun braucht, um zur Ruhe zu kommen.
Krieger 2 (Virabhadrasana B)

Die Beinmuskeln sind aktiviert und du spürst die Erdung. Dein Blick ist offen, dein Bewegungsdrang hat endlich ein Ziel erhalten.
Halber Schulterstand (Viparita Karani)

Beine an die Wand, Augen zu, runterfahren. Gerade nach Feierabend ist diese Asana eine körperliche und geistige Wohltat.
Kindstellung (Balasana)

Ein Rückzug auf Kommando. Wenn dir alles zu viel wird, ist das hier dein sicherer Ort ganz bei dir selbst.
Totenstellung (Shavasana)

Der schwierigste Teil der Praxis ist der, wenn du zur Ruhe kommen sollst, obwohl dein Kopf weiterhin auf Hochtouren läuft. Ein paar Minuten bewusst nichts tun, lässt sich trainieren wie ein Muskel.
Wechselseitige Nasenatmung (Nadi Shodhana / Surya Bhedana Pranayama)

Diese Atemtechnik gilt als eine der wirksamsten, um das Nervensystem in Balance zu bringen. Sie ist ideal, bevor du dich an etwas setzt, das Konzentration braucht.
Das Pranayamas, also Atemübungen sind im Yoga ein sehr großes Feld. Dazu wird es aber noch mal einen eigenen Artikel geben.
Yoga und ADHS – So mache ich das:
Ich übe nicht alle Asanas auf einmal. Aber manche Haltungen liebe ich zum Runterkommen. Dabei ist es lustigerweise immer eine andere, die mein Körper gerade braucht. Danach mache ich mit meinem üblichen Yogaprogramm nach dem MondYoga-Programm weiter. Manchmal bin ich aber auch so im Stress, dass es bei einer Asana bleibt und das ist dann schon Training genug.
Mein Tipp, wenn du dich einfach nicht auf Yoga konzentrieren kannst: Versuche gleich zu Beginn mit der Kindhaltung oder Totenstellung zu beginnen.
Ansonsten gehe spazieren oder laufe einen Marathon. Denn morgen steht der Mond wieder in einem anderen Zeichen, und du bekommst eine neue Einladung.
Berühmte letzte Worte zum Thema Yoga und ADHS
Sind ADHS oder ADS Modediagnosen?
Nein.
Ich hatte bereits als Kind ADS, aber in den 60er und 70er Jahren wurden Zappler (ADHS) und Träumerle (ADS) ganz anders erzogen. (Ich möchte nicht sagen: gezüchtigt.) Im Grunde ging man davon aus, dass sich das mit der Zeit geben würde. Und das war auch noch die Theorie in den 90er Jahren und danach. Damals wurden Kinder ziemlich wahllos mit Ritalin behandelt, was ich für meine Kinder abgelehnt habe. Nun sind sie erwachsen und haben das Glück, gute Therapeuten gefunden zu haben, die das Thema ADHS bei Erwachsenen angehen können.
Gerade die vielen Menschen im Erwachsenenalter, die wie ich feststellen mussten, dass sich ADHS und ADS eben nicht „rauswachsen”, sorgen dafür, dass diese Neurodiversität nun in aller Munde ist.
Und das ist ein großer Fortschritt.
Danksagung
- Yoga und Meditation als neuer Therapieansatz bei ADHS
Dieser Artikel aus dem Jahr 2013 bringt es auf den Punkt - Studie: Wirkung von Yoga und Atemübungen bei Kindern mit ADHS
Gerade mit Atemübungen und Meditation hatte ich bereits bei meinen Kindern Erfolg - Buchtipp: AD(H)S in der zweiten Lebenshälfte von Astrid Neuy-Lobkowicz und Daniel Schöttle
Dieses Buch war mein persönlicher Game-Changer
Text: Yoga und ADHS: Mit diesen Asanas kommst du zur Ruhe ©mondyoga.de
Alle Fotos: Yoga und ADHS: Mit diesen Asanas kommst du zur Ruhe ©mondyoga.de
teilweise unter Verwendung eines kostenlosen Stockfotos von Canva.com und KI

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