Mein Yoga-Jahr 2022: Loslassen, aufatmen, ankommen

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  • Beitrag zuletzt geändert am:24. Mai 2026

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Mein Yoga-Jahr 2022: Loslassen, aufatmen, ankommen

Das ist wahrscheinlich der seltsamste Blogartikel, den ich jemals geschrieben habe. Lass mich kurz erklären, wohin hier die Reise geht (auf die ich dich mitnehmen will)
Auf MondYoga veröffentliche jeden Monat die Asana des Monats. Mit der gewählten Yogaübung verknüpfte ich seit 2022 ein bestimmtes Motto oder Thema. Inzwischen sind das viele Artikel geworden, und ich finde, sie verdienen mehr als ein stilles Dasein im Archiv. Deswegen starte ich heute eine kleine Rückblick-Reihe: Einmal im Monat nehme ich mir einen ganzen Jahrgang vor, schaue, welcher rote Faden sich durch die zwölf Asanas zieht und was davon heute noch wichtig ist.
Ich lade dich ein, heute mit mir durch das Yoga-Jahr 2022 zu stöbern!

Mein Yoga-Jahr 2022: Loslassen, aufatmen, ankommen

Nach dem schwierigen Jahr 2021 mit Unfall und Reha war ich wieder gesund und fit. Und wieder ich selbst.
Ich habe Sport gemacht, bin gereist, habe neue Energie in politisches Engagement gesteckt und neue Leute kennengelernt. All das spüre ich, wenn ich jetzt auf die Asanas schaue, die ich damals ausgewählt habe. Keine dieser Übungen duckt sich weg. Die Kerze bricht mit alten Gewohnheiten und die Blume steht für Fantasie Der Krieger 3 hebt ab. Und die Kindstellung bringt wieder Ruhe in die ganze Angelegenheit. Selbst das Loslassen, das sich durch dieses Jahr zieht, klingt 2022 nicht nach einer Person, die verzichten musste. Sondern nach jemandem, der Platz schafft für das, was noch kommt.

Ich schaue heute, ein paar Jahre später, noch einmal auf diese zwölf Monate zurück. Nicht mit Wehmut, sondern mit echter Freude. Denn manchmal tut es gut, sich zu erinnern, wie es sich anfühlt, wenn alles stimmt.

Noch ein Hinweis in eigener Sache. die Links unter jeder Asana führen zu der Hauptseite der jeweiligen Übung. Aber im Moment sind noch nicht alle diese Seiten super neu überarbeitet, haben kein aktuelles Titelbild usw.
Also bitte nicht erschrecken!

Januar: Alte Gewohnheiten loslassen – Kerze (Savangasana)

Die Kerze Yoga Jahr
Sehe die Welt aus einer anderen Perspektive und lasse alte Gewohnheiten los

Die Kerze oder Savangasana stellt buchstäblich alles auf den Kopf. Und genau das ist der Gedanke dahinter: Wer alte Gewohnheiten loslassen will, braucht zuerst einen anderen Blickwinkel. Die Sarvangasana liefert ihn ganz ohne große Worte.

Was mich an der Kerze so fasziniert: Sie trainiert, stimuliert, strafft, dehnt und stärkt fast den kompletten Körper. Gleichzeitig beruhigt sie das Nervensystem und hilft dem Kopf, buchstäblich zur Ruhe zu kommen. Als Ergänzung empfehle ich immer den Fisch (Matsyasana) direkt im Anschluss, denn diese beiden Asanas ergänzen sich perfekt.

  • Wirkung: Kräftigt Bauch- und Rückenmuskulatur, stimuliert Schilddrüse und Kreislauf, fördert die Durchblutung, beruhigt das Nervensystem.
  • Kontraindikationen: Schwangerschaft, Herz-Kreislauf-Probleme, Beschwerden an der Halswirbelsäule. Im Zweifel Arzt oder Therapeutin befragen.
  • Hier gibt es eine Anleitung und weitere Infos zu dieser Asana

Februar: Flexibel werden und bleiben: Die Pyramide (Parsvottanasana)

Die Pyramide Parsvottanasana yoga-jahr-2022
Sehr flexibel dank der Pyramide

Der Februar steht im Zeichen des Wassermanns und dieser mag keine starren Strukturen. Er denkt quer, handelt frei und lässt sich von keiner Gewohnheit einengen. Die passende Asana dazu ist die Parsvottanasana, die Pyramide: eine intensive Vorbeuge im Stand, die Körper und Geist gleichzeitig herausfordert.

Die Parsvottanasana kombiniert zwei Bewegungen, die wir selten zusammen üben: eine tiefe Vorbeuge und eine Öffnung der Hüften. Wer sie regelmäßig praktiziert, merkt schnell, wie sich nicht nur die Hamstrings dehnen, sondern auch das Gefühl von Starre und Festsitzen löst. Immer wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht weiterkomme, ist das die erste Asana, die ich mache.

  • Wirkung: Dehnt intensiv Hamstrings, Hüftbeuger und Schultern, öffnet den Brustkorb, mobilisiert die Wirbelsäule, verbessert das Gleichgewicht und schult die Konzentration.
  • Kontraindikationen: Kreislaufprobleme, akute Migräne, Rückenbeschwerden, Schulterverletzungen. Wer diese Haltung nicht schafft, greift einfach die Unterarme oder legt die Hände auf die Hüften.
  • Hier gehts zu einer Anleitung und Infos

März: Stärkt das Selbstbewusstsein Kobra (Bhujangasana)

Blog Sonnengruß Kobra
Starke Pose im Yoga-Jahr 2022: Die Kobra

Von Januar bis März zieht sich in diesem Jahr ein schöner roter Faden: Alte Gewohnheiten losgelassen, Flexibilität gewonnen und nun im März aufgerichtet. Die Kobra passt perfekt dazu. Wer sich auf den Boden legt und langsam, Wirbel für Wirbel, den Oberkörper hebt, merkt körperlich, was es bedeutet, sich aufzurichten. Und wir arbeiten nicht mit Kraft, sondern mit Bewusstsein.

Die Bhujangasana ist ein Klassiker, der in kaum einer Sequenz fehlen darf und sie ist fester Bestandteil des Sonnengrußes und gleichzeitig eine der sanftesten Rückbeugen, die es gibt. Wichtig dabei ist, das dein Becken immer auf dem Boden bleibt. Und: ein Hohlkreuz können wir genauso wenig gebrauchen, wie Hektik und falscher Ehrgeiz.

  • Wirkung: Stärkt und dehnt die gesamte Rückenmuskulatur, öffnet Brustkorb und Schultern, stimuliert die Bauchorgane, hebt die Stimmung und stärkt das Körpergefühl.
  • Kontraindikationen: Akute Rückenverletzungen, Handgelenksprobleme, Schwangerschaft.
  • Die Seite zur Kobra

April: Vertrauen haben – Happy Baby (Ananda Balasana)

Happy baby mein Yoga Jahr 2022
Für diese Asana brauchst du Vertrauen: In dich selbst und vielleicht auch in einen Yoga-Gurt

Manchmal wählt man eine Asana, um dann erst hinterher zu realisieren, wie gut sie gepasst hat. Den April-Artikel habe ich geschrieben, als der Krieg in der Ukraine seine ersten traurigen Höhepunkte erfahren hat. Und ich weiß noch, wie ich nach einer Übung gesucht habe, die mir Vertrauen und Halt gibt. Happy Baby war die Antwort.

Ananda Balasana bedeutet übersetzt tatsächlich „Glückliches Baby“ und diese Asana macht genau das, was Babys können und wir Erwachsenen so oft verlernen: einfach im Moment liegen, die Beine in die Luft strecken und loslassen. Du liegst auf dem Rücken, ziehst die Knie zur Brust und fasst die Füße oder die Beine, so weit es geht. Das Steißbein drückt sanft in Richtung Boden, die Schultern bleiben entspannt. Fünf bis zehn Sekunden halten und dreimal wiederholen.

  • Wirkung: Öffnet Hüften und Leisten, dehnt die Wirbelsäule sanft, beruhigt das Nervensystem, hebt die Stimmung.
  • Kontraindikationen: Schwangerschaft, Leistenbruch, Verletzungen an Wirbelsäule, Knie oder Hüfte.
  • Hier gibt es mehr Informationen zu dieser Asana

Mai: Work-Life-Balance – Boot (Paripurna Navasana)

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Lassen wir uns auf den Wellen schaukeln

Der Wonnemond Mai steckt einen mit Energie an und wir spüren Sonne, Natur, Aufbruch. Aber gerade dann, wenn alles gleichzeitig lockt, ist die Gefahr groß, die Balance zu verlieren. Das Boot trifft genau diesen Nerv: Es ist eine anspruchsvolle Asana, die aber mit Geduld und einem guten Trick für alle funktioniert.

Das Geheimnis liegt im Einstieg: Füße aufstellen, Fersen auf dem Boden, Knie umfassen und dann erst die Beine langsam strecken, so weit es geht. Mit der Zeit kommen Bauchmuskeln und Rücken von selbst mit. Das Boot lehrt uns, dass wir nichts erzwingen können.

  • Wirkung: Kräftigt Bauchmuskulatur und Rücken, regt die Nierentätigkeit an, verbessert die Verdauung, baut Stress ab.
  • Kontraindikationen: Schwangerschaft, akute Rückenprobleme, verhärtete Nacken- und Schultermuskulatur. Rücken immer gerade halten, Schultern bewusst nach unten ziehen.
  • Hier findest du weitere Informationen zum Boot

Juni: Die Blume der Fantasie

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Genau genommen ist dies eine Mudra

Der Juni 2022 brachte eine Überraschung: Zum ersten und bisher einzigen Mal habe ich in der Reihe „Asana des Monats“ kein klassisches Hatha-Yoga vorgestellt, sondern ein Mudra. Genauer gesagt: die Blume, die eigentlich eine Fingerübung aus dem Repertoire von Kareen Zebroff. Diese Übung hat es in sich.

Mudras sind Hand- und Fingerstellungen, die ursprünglich aus der Meditation kommen. Die Blume ist dabei besonders schön: Du bildest eine Faust, stellst dir vor, wie sich eine Blume in der Morgensonne öffnet und öffnest dann mit kräftigem Gegendruck Finger für Finger. Isometrisch, konzentriert, überraschend wirkungsvoll. Und das Beste: Du kannst sie überall ausführen, am Schreibtisch, in der Bahn, im Garten.

Das Thema dahinter war Fantasie und Kreativität und ein Mudra passt da tatsächlich besser als jede Körperhaltung. Denn wenn die Hände zur Ruhe kommen und sich bewusst öffnen, folgt der Kopf meistens nach.

  • Wirkung: Mobilisiert und kräftigt Finger, Hände und Handgelenke, aktiviert Akupressurpunkte in den Handflächen, fördert Konzentration und Kreativität.
  • Nicht geeignet bei: Gicht, Arthritis, Arthrose, Karpaltunnelsyndrom oder offenen Verletzungen an den Händen.
  • Noch mehr Blumen -> hier lang!

Juli: Alles im Griff – Kopf zum Knie Streckung (Janu Sirasana)

you are perfect Kopf zum Knie Streckung (Janu Sirsasana) yoga-jahr-2022
Alles im Griff: Die Kopf zum Knie Streckung

Einmal nach links schauen, einmal nach rechts. Die Janu Sirasana macht genau das. Denn hier haben wiret eine beidseitige Vorbeuge, bei der du dich abwechselnd zu beiden Seiten streckst. Und wer beide Seiten kennt, hat tatsächlich mehr im Griff. Nicht im Sinne von Kontrolle, sondern im Sinne von Überblick.

Diese Asana dehnt intensiv die Rückseite der Oberschenkel und der Wirbelsäule. Sie ist ruhig, geerdet und ideal für den Hochsommer, wenn man eigentlich lieber draußen wäre.

August: Bitte, Danke – Der Berg (Tadasana)

Berg Tadasana
Manchmal möchte man sich einfach mal bedanken. Egal, bei wem!

Manchmal möchte ich einfach Danke sagen. Das war zumindest einmal mein Gedanke für den August 2022. Danke an Yoga. Danke an meine Leserinnen. Danke an den Sommer. Und die Tadasana, der Berg, ist die ideale Asana dafür: aufrecht, geerdet, offen.

Im August haben wir die Tadasana mit Pranayama und der Anjali Mudra kombiniert, das ist eine Dreifach-Kombination, die in den Zustand des Samasthiti führt: Gleichgewicht, Stille, Präsenz. Die Tadasana wird oft unterschätzt. Dabei sagen manche Yogis, dass sie mehr Können verlangt als ein Kopfstand.

  • Wirkung: Verbessert Körperhaltung und Gleichgewicht, stärkt Bauchmuskeln und Rücken, fördert Achtsamkeit.
  • Kontraindikationen: Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme.
  • Zum Berg und danke für diese Asana!

September: Hoch hinaus – Der Krieger 3 (Virabhadrasana C)

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Krieger 3 oder Virabhadrasana C

Der Krieger 3 ist ein Neuzugang im Yoga-Jahr 2022 und er passt unglaublich gut in diese spannende Virabhadrasana-Familie.

Der Krieger 3 trainiert Gleichgewicht, Konzentration und Gleichmut. Sie stärkt Rücken, Gesäß und Beine. Und sie schenkt buchstäblich eine neue Perspektive: Wenn man auf einem Bein balanciert und den Blick nach vorne richtet, lässt sich vieles klarer sehen.

Oktober: Harmonie und Entspannung mit der Katzenstreckung (Marjaryasana)

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Die Katzenstreckung (Marjaryasana) – Die sanfte Massage für Rücken und Bauch

Der Oktober stand im Zeichen der Waage – Harmonie, Ausgleich, die Mitte finden. Die Katzenstreckung ist eine der sanftesten Asanas im Yoga und gleichzeitig eine der wirkungsvollsten für die Wirbelsäule. Sie mobilisiert jeden einzelnen Wirbelkörper, löst Verspannungen und beruhigt das Nervensystem.

  • Wirkung: Mobilisiert die Wirbelsäule, löst Rücken- und Nackenverspannungen, beruhigt das Nervensystem.
  • Kontraindikationen: Akute Knieschmerzen (Knie gut polstern). Im Zweifelsfall Arzt befragen.
  • Noch mehr Informationen zur Katzenstreckung

November: Vorsicht! – Der Tänzer (Natarajasana)

Loslassen, aufatmen, ankommen

Vorsicht walten lassen. Sich abgrenzen. Nein sagen. Das war das Thema im November und der Tänzer verkörpert es perfekt. Denn wer auf einem Bein balanciert und gleichzeitig Oberkörper und Arm nach vorne streckt, merkt sofort: Hier geht nichts ohne Mitte. Nichts ist ohne Fokus.

Die Natarajasana ist eine Gleichgewichtsübung, die mehr verlangt als Kraft – sie verlangt innere Ruhe. Und die findet man oft erst dann, wenn man aufgehört hat, zu viel zu wollen.

Dezember: Im Yoga-Jahr 2022 zur Ruhe kommen mit der Kindstellung (Balasana)

Kindstellung (Balasana) - Entspannung in jeder Situation
Kindstellung (Balasana)

Mit der Kindstellung schließt sich 2022 ein ganzer Jahreskreis. Und das Schöne daran: Diese Asana braucht keine Kraft, keine Ausdauer, keine Technik. Sie braucht nur die Bereitschaft, loszulassen. Automatisch gibt dein Körper nach, dein Kopf senkt sich und deine Hände ruhen neben den Unterschenkeln.

Die Balasana heißt bei Kareen Zebroff, auf die mich meine ersten Yogajahre zurückführen, noch „zusammengerolltes Blatt“. Ich habe den Namen inzwischen angepasst. Den Satz dahinter nicht: Diese Asana ist eine der besten Möglichkeiten, mitten im Alltag innezuhalten. Vor oder nach der Yogastunde, an stressigen Tagen, oder einfach dann, wenn man sich wünscht, ein Moment würde ein bisschen länger dauern.

  • Wirkung: Entspannt Rücken, Hüften und Schultern, beruhigt das Nervensystem, fördert die Verdauung und Durchblutung.
  • Kontraindikationen: Knieschmerzen (Knie gut polstern). In der Schwangerschaft die Beine etwas öffnen.
  • Zur angenehmen Kindstellung

Fazit: Was bleibt von meinem Yoga-Jahr 2022?

Wenn ich ehrlich bin, ist es der Berg. Die Tadasana. Diese unscheinbare Asana, die ich im August mit einem schlichten Danke verbunden habe. Denn 2022 war ein Jahr, für das ich dankbar bin und das sage ich nicht oft. Es hat mich gelehrt, dass Ankommen kein Ziel ist, sondern ein Zustand. Den man üben kann. Jeden Monat. Mit jeder Asana.

Im nächsten Monat folgt der Rückblick auf das Yoga-Jahr 2023. Ich verrate schon so viel: Es wird ein anderes Jahr.


Text: Mein Yoga-Jahr 2022: Loslassen, aufatmen, ankommen ©mondyoga.de
Alle Fotos: Mein Yoga-Jahr 2022: Loslassen, aufatmen, ankommen ©mondyoga.de teilweise unter Verwendung eines kostenlosen Stockfotos von Canva.com, die Artikelbilder entstanden mit Hilfe von KI

Zusammenfassung
Mein Yoga-Jahr 2022: Loslassen, aufatmen, ankommen
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Mein Yoga-Jahr 2022: Loslassen, aufatmen, ankommen
Beschreibung
Ein Rückblick auf mein Yoga-Jahr 2022 der besonderen Art. Denn hier geht es fast ausschließlich um Asanas aus der Kategorie Asana des Monats
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