Mythen zur Wintersonnenwende: Magie aus einer alten Zeit

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  • Beitrag zuletzt geändert am:23. Dezember 2025

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mythen zur wintersonnenwende
Wintersonnenwende und die Wiedergeburt der Erde

Wenn die längste Nacht des Jahres anbricht, beginnt für uns eine besondere Zeit: die Zeit von Jul oder Yule oder Wintersonnenwende. Die Namen stehen für den magischen Wendepunkt, an dem das Licht zurückkehrt. Ich liebe diese Mischung aus tiefer Ruhe, alten Geschichten und dem Gefühl, dass jetzt ein neuer innerer Zyklus startet. Deshalb zeige ich dir heute ein paar Mythen und Legenden, die seit Jahrhunderten rund um Jul kursieren.
Sie sind überraschend unterschiedlich und doch verbindet sie etwas sehr Menschliches.

Mythen zur Wintersonnenwende: Magie aus einer alten Zeit

Es gibt unzählige Mythen zur Wintersonnenwende und tatsächlich stammen sie aus aller Welt. Ich habe mich in meiner Auflistung auf Erzählungen aus dem Europäischen Raum gehalten. Die Germanen, Kelten und Slawen hatten bereits vor Urzeiten einen Hang zu einer spirituellen Fantasie.

Der Sonnenhirsch

Der weiße Hirsch zur Wintersonnenwende
Weiße Hirsche sind eine Seltenheit, auch zur Wintersonnenwende

In Skandinavien kennt man die Legende von einem großen weißen Hirsch, der in der längsten Nacht des Jahres durch die winterlichen Wälder schreitet. Sein Geweih soll das Licht der wiederkehrenden Sonne tragen. Die Menschen entzünden Lichter, um ihm den Weg zu weisen. Wer den Hirsch sieht, ist sofort voller Hoffung, dass selbst die tiefste Dunkelheit und die längste Nacht nicht ewig dauert.

Göttin Frigg und die kleine Mistel

Genauso bekannt ist im Norden die Sage von der Göttin Frigg. Sie bittet alle Wesen, ihrem Sohn Baldur kein Leid zuzufügen. Dummerweise vergisst sie aber, die unscheinbare Mistel in den Pakt einzubinden. Der hinterhältige Gott Loki nutzt genau diesen Schwachpunkt und tötet Baldur mit einem Mistelzweig.
Mit dessen Tod versinkt die Welt in eine tiefe Dunkelheit.
Aber die alten Nordleute geben die Hoffnung nicht auf. Sie glauben, das eines Tages Baldur wieder zurückkehren wird und die Welt wieder mit Licht erfüllt.
Darum wurde die Mistel später zu einem Zeichen des Friedens und der Hoffnung. Das gilt besonders für die Zeit rund um Jul, wenn wir uns nach Licht und Wärme sehnen.

Die Mistel zu Yule
Deswegen gehören Mistelzweige in die Weihnachtszeit

Der Eichenkönig und der Stechpalmenkönig

Diese keltische Legende erzählt von der ewigen Arbeitsteilung zweier Brüder. Der Stechpalmenkönig regiert die dunkle Hälfte des Jahres, der Eichenkönig die helle. Zur Wintersonnenwende wird der Eichenkönig wiedergeboren und übernimmt die Herrschaft. Zur Sommersonnenwende kippt das Gleichgewicht erneut.
Diese Geschichte symbolisiert den natürlichen Rhythmus von Rückzug und Aufbruch.

Stechpalmenkönig

Cailleach und der Funke des neuen Jahres

Cailleach [ˈkalʲəx] ist die alte Wintergöttin der keltischen Länder. Sie bringt Kälte, Wind und Schnee und bewacht die Ruhephase der Natur.
Zur Wintersonnenwende entzündet sie den ersten Funken für das kommende Jahr. Dabei verwandelt sie sich in die junge Frühlingsgöttin Bríde oder Brigid. Diese Dame treffen wir übrigens an Imbolc wieder.
Dieser Mythos erinnert an die Wandlungskraft des Winters und daran, dass selbst das Alte neues Leben hervorbringen kann.

Baba Yaga – die Winterhexe der slawischen Mythen

Baba Yaga die hexe
Sehr gefährlich: Die Baba Yaga!

Im tiefsten Winterwald lebt Baba Yaga, die geheimnisvolle Hexe mit ihrer Hütte auf Hühnerbeinen. Sie taucht in der längsten Nacht auf, wenn das Licht am schwächsten ist, und prüft diejenigen, die den Wald betreten. Wer Geduld, Mut und Weisheit zeigt, darf unversehrt passieren und wird mit Wissen und innerer Stärke belohnt.

Baba Yaga symbolisiert die dunkle Phase des Jahres. Die Zeit, in der alles ruht und sich sammelt, bevor neues Leben und Licht zurückkehren kann. Genau wie wir am Julfest Kerzen anzünden und uns auf die Rückkehr des Lichts vorbereiten, erinnert sie uns daran: die Dunkelheit ist kein Ende, sondern eine Vorbereitung auf Neubeginn.

Mythen zur Wintersonnenwende - Magie aus einer alten Zeit

Das immer wiederkehrende Licht

Die Mythen und Legenden rund um das Julfest zeigen immer wieder dasselbe Muster: Nach der längsten Nacht kehrt das Licht zurück, aus Dunkelheit entsteht Neues, Rückzug und Stille sind ebenso wichtig wie Wachstum und Aktivität. Ob der strahlende Sonnenhirsch, die prüfende Baba Yaga, die alte Cailleach, der ewige Tanz von Eichenkönig und Stechpalmenkönig oder Frigg mit der Mistel: alle Geschichten vermitteln Hoffnung. Und sie lehren uns wieder und wieder, dass nach der tiefsten Dunkelheit wieder Licht, Wärme und Leben folgt.

Auch die Geburt Christi wurde bewusst in diese Zeit gelegt. Denn was trägt mehr Symbolik, als der Lichtbringer, der mitten in der dunkelsten Nacht wieder Hoffnung auf bessere Zeiten bringt. 

Linktipps und Quellen

Berühmte letzte Worte zur Wintersonnenwende

Nach meiner persönlichen Zeitrechnung wäre dies der letzte Artikel in diesem Jahr.
Aber halt!
Ende Dezember folgt noch die Asana des Monats Januar!
Und weil Weihnachten ist, dürft ihr mitbestimmen, welche Asana ich nehmen soll. Schreibt mir einen Kommentar oder eine Mail.


Text: Mythen zur Wintersonnenwende: Magie aus einer alten Zeit ©mondyoga.de
Alle Fotos: Mythen zur Wintersonnenwende: Magie aus einer alten Zeit ©mondyoga.de teilweise unter Verwendung von kostenlosen Stockfotos von Canva.com

Zusammenfassung
Mythen zur Wintersonnenwende: Magie aus einer alten Zeit
Artikel Name
Mythen zur Wintersonnenwende: Magie aus einer alten Zeit
Beschreibung
Wir nähern uns Weihnachten oder dem Julfest. Heute erzähle ich euch Mythen zur Wintersonnenwende. Sie verkörpern eine Magie aus einer alten Zeit
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