Brigid – Wenn sich an Imbolc eine Göttin auf den Weg macht

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Rituale
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare
  • Lesedauer:5 Min. Lesezeit
  • Beitrag zuletzt geändert am:18. Januar 2026

*Der Artikel zum Thema Brigid enthält Amazonlinks*


Brigid - Wenn sich an Imbolc eine Göttin auf den Weg macht
Die Symbole von Brigid: Brigids Cross, Schneeglöckchen, Milch, weiße Kerze und ein Sonnenrad

In knapp zwei Wochen, am 1. Februar, feiern wir Imbolc. Dieses alte Fest, das du vielleicht auch unter der Bezeichnung „Maria Lichtmess” kennst, ist im Vergleich zu anderen Jahreskreisfesten etwas schwerer zu erfassen. Es leitet im Grunde das Ende des Winters ein und zu Zeiten ohne Zentralheizung und Wärmeschutzverglasung war das sehr wichtig. Verantwortlich dafür ist Brigid, eine Göttin aus dem keltischen Sagenkreis.
Wenn ich dir heute von ihr erzähle, bekommst du bestimmt ein besseres Gefühl für dieses schöne Fest.

Wer ist Brigid?

Der Mythos von Brigid stammt aus der keltischen Mythologie, insbesondere aus dem vorchristlichen Irland. Sie war eine Art Multitalent und wurde als Göttin des Feuers, der Heilung, der Dichtkunst und der Inspiration verehrt. Man verband sie mit Quellen und Herdfeuern, sowie allem, was Leben nährt. Ihr Festtag, das alte Jahreskreisfest Imbolc, fällt auf den 1. Februar und markiert den langsamen Übergang vom Winter zum Frühling. Sie verkörpert Qualitäten wie das erste Licht, Reinigung und das behutsame Erwachen der Natur.
Kein Wunder, dass die ersten christlichen Missionare Maria, die Mutter Gottes, auf diesen wichtigen Posten gehoben haben!

Brigid – Wenn sich an Imbolc eine Göttin auf den Weg macht

Wenn der Winter zu Ende geht, der Frühling aber noch nicht eingetroffen ist, zieht Brigid durch das Land.
Sie trägt kein prunkvolles Gewand und hat keine Heerschar von Dienern im Gefolge. Sie geht schlicht, aber achtsam und trägt lediglich eine irdene Schale mit einem glühenden Holzspan in den Händen.

Imbolc und das Ende des Winters

Brigid und die alte Frau

Auf ihrem Weg traf sie einmal auf eine Frau, die traurig vor ihrem Haus saß. Sie starrte in die kalte Luft, während das Feuer in ihrem Herd schon fast erloschen war.
Brigid setzte sich neben sie und fragte: „Was hält dich noch warm?”
Die Frau antwortete traurig: „Ich bin wie diese kleine Glut unter der Asche. Und bald wird auch mein Feuer erloschen sein.“
Brigid lächelte, legte ein Stück Holz nach und blieb, bis die Wärme und das Leben zurückgekehrt waren.

Der Mann ohne Hoffnung

Sie zog weiter und begegnete an einer Quelle einem Mann. Er schöpfte Wasser, trank aber nicht davon.
„Ich weiß nicht mehr, wofür ich meine Kraft brauche. Ich habe keine Arbeit mehr, denn ich habe all mein Vieh und mein Land verloren“, sagte er.
Brigid kniete sich zur Quelle, wusch ihre Hände und ließ das Wasser über die Steine fließen.
Dann sprach sie: „Vieles wendet sich zum Guten, wenn man Geduld hat. Das Leben hält viele neue Aufgaben für dich bereit.“

Brigid und das Kind

Nachdem Brigid die Quelle verlassen hatte, führte ihr Weg sie an den Rand eines Dorfes. Dort saß ein Kind auf einer niedrigen Steinmauer. Es hielt nichts in den Händen und sein Blick schweifte unstet in alle Richtungen.
Brigid blieb stehen.
„Worauf wartest du?“, fragte sie.
„Ich weiß nicht, wohin ich gehen soll“, antwortete das Kind. „Jeder, den ich frage, sagt etwas anderes!“
Brigid setzte sich zu ihm, stellte ihre kleine Flamme zwischen sich und das Kind und sorgte so dafür, dass der Boden vor ihnen, aber nicht der ganze Weg erhellt wurde.
„Siehst du“, sagte sie, „das Licht erhellt nur einen kleinen Teil des Weges, nicht die ganze Straße. Aber mehr brauchst du im Moment nicht.“
Das Kind sah auf das Licht. „Aber ich kann das Ziel nicht erkennen.“
„Das musst du auch nicht“, antwortete Brigid. „Imbolc zeigt nicht den Weg. Es zeigt nur, dass es möglich ist, ihn zu gehen.“

Die drei Begegnungen und ihre Bedeutung

Diese Geschichte erzählt von drei Ebenen des Lebens und von unserem Seelenleben:

  1. Da ist die einsame Frau, die meint auf das Ende warten zu müssen. Sie findet nun wieder neuen Lebensmut.
  2. Der Mann, hatnicht nur Haus und Hof, sondern auch seinen Lebenssinn verloren. Er wird zur Geduld ermahnt und dazu, die Hoffnung niemals aufzugeben.
  3. Das Kind, weiß nicht, welche Richtung es einschlagen soll. Ihm wird geraten, einfach loszugehen. Denn der Weg ist das Ziel. 

Vielleicht begegnet uns Brigid nicht als Göttin, sondern als innere Stimme. Auf sie können wir hören, wenn müde sind oder mutlos oder noch nicht wissen, wohin wir gehen sollen.
Das ist die Essenz von Imbolc. 

Brigid - Wenn sich an Imbolc eine Göttin auf den Weg macht

Buchtipp

Wenn du noch weiter in den Brigid-Mythos eintauchen willst, habe ich hier noch einen Buchtipp für dich:

Brigid

Brigid: Entfache die Flamme einer Heiligen, Göttin & Druidin in dir

von Dirk Grosser und Jennie Appel
Brigid, keltische Göttin und christliche Heilige, verkörpert auf einmalige Weise Nächstenliebe und die Verbundenheit mit der Natur. Das Licht Brigids in uns selbst zu entzünden und zu nähren, verbindet uns auf ganz neue Weise mit der Welt und all ihren Wesen. 

  • Preis Stand Januar 2026: 15,99 Euro (Kindle); 20,00 Euro (Taschenbuch)
  • Bestelllink Amazon

Berühmte letzte Worte

Ich denke, dass mit diesem Märchen die wichtige und eigentlich auch nährende Bedeutung von Imbolc deutlicher geworden ist. 
Wenn du Imbolc feiern möchtest, bist du herzlich dazu eingeladen, dies alleine oder mit Gleichgesinnten zu tun. Ich empfehle dir dazu meinen Artikel über ein schönes Imbolc-Ritual.

Have Fun!


Text: Brigid – Wenn sich an Imbolc eine Göttin auf den Weg macht ©mondyoga.de
Alle Fotos: Brigid – Wenn sich an Imbolc eine Göttin auf den Weg macht ©mondyoga.de teilweise unter Verwendung eines kostenlosen Stockfotos von Canva.com
Quellenangaben: Viel interessantes Wissen über Brigid findest du auf der Seite von UCC, der Universität von Cork in Irland

Zusammenfassung
Brigid - Wenn sich an Imbolc eine Göttin auf den Weg macht
Artikel Name
Brigid - Wenn sich an Imbolc eine Göttin auf den Weg macht
Beschreibung
Die aus der keltischen Mythologie stammende Göttin Brigid bestimmt an Imbolc das Ende des Winters. Hier erzähle ich eine Sage, wie Brigid einer alten Frau Lebensfreude, einem Mann Hoffung bringt und einem Kind den Weg zeigt.
Autor

Schon mit 1 Euro bist du dabei und ich freue mich über deine Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar